Integrative Gesellschaft für ISTDP

Love is in the air

war der Titel des diesjährigen Kongresses der IEDTA in Venedig (13. – 15. Oktober)

 

Was verbirgt sich hinter IEDTA (International Experiental Dynamic Therapy Association)?

Therapeutische Schulen tendieren dazu, sich zu erweitern und Neues zu integrieren. So geschah und geschieht es auch mit der Lehre von Habib Davanloo. Viele Schüler Davanloos entwickelten mehr und weniger an dessen Metatheorie orientiert eigene Verfahren. Diese wurden und werden als eigene therapeutische Ansätze weiterentwickelt und in Büchern, Artikeln, Videos und Weiterbildungsinstituten veröffentlicht und gelehrt.

Ferruccio Osimo gründete 2000 eine Dachorganisation – die IEDTA -, in der die unterschiedlichen psychodynamischen Therapieschulen eine Heimat finden. Die Gründungskonferenz fand im Mai 2001 in Mailand statt. Alle zwei Jahre treffen sich seitdem die VertreterInnen dieser sich nahestehenden Therapieschulen unter dem Schirm der IEDTA, abwechselnd in den USA und in Europa.

Die ISDTP als die Grundlage dieser erfahrungsorientierten psychodynamischen Therapieverfahren, stand im Zentrum des Kongresses. Außerdem stellten ehemalige SchülerInnen Davanloos ihre Arbeiten vor. So etwa Diana Fosha, die AEDP (Accelerated Experiential Dynamic Psychotherapy) gründete, oder Robert Neborsky und Josette ten Have-de Labije die AB-ISTDP (Attachment-Based Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy) erarbeiteten. Susan Warren Warshow stellte eine Arbeit der DEFT (Dynamic Emotion Focused Therapy) und Ferruccio Osimo einen Beitrag der IEDP (Intensive Experiential-Dynamic Psychotherapy) vor.

Weitere Themen waren Erkenntnisse über neurobiologische Zusammenhänge, Wirksamkeit und Wirkungsweise der ISTDP und Kosten- Nutzen- Analysen. Außerdem wurde über die zunehmende Öffnung gegenüber spirituellen Zugängen und der möglichen Nutzung von begleitenden psychedelischen Substanzen diskutiert.

Acht Mitglieder der IG-ISTDP trafen sich in den drei Konferenzräumen eines modernen Hotels in Mestre bei Venedig, hörten sich die Vorträge an und schauten sich zum Teil beeindruckende Videos an, u.a. von Josette ten Have-de Labije (die mit ihrem 90-minütigem Beitrag stehende Ovationen auslöste), Patricia Coughlin, Diana Fosha, Pierre-Alain Emmenegger, Allan Abbass, Jon Frederickson (per Video zugeschaltet), Rob Neborsky und etwa 30 weiteren DozentInnen.

Eröffnet wurde der Kongress vom IDETA-Gründungsvater, Ferruccio Osimo, der mit liebevollen Worten (love is in the air!) das Leben des kürzlich verstorbenen David Malan nachzeichnete. (D. Malan brachte das Konflikt- und Personendreieck zusammen, unterstützte H. Davanloo dabei, sein therapeutisches Wissen in Buchform herauszugeben und forschte intensiv zur psychodynamischen Kurzzeittherapie). Seine Frau – Jennie Malan – ergänzte mit persönlichen Worten und ebenso Patricia Coughlin, die mit David Malan eng zusammengearbeitet hatte.

Zu Beginn des Kongresses wurden die verschiedenen emanzipatorischen Prozesse der früheren SchülerInnen von H. Davanloo betont, die oft auch mit der ungewünschten Trennung vom Begründer der ISTDP verbunden waren. Am Ende, bei den Abschlusspanels, zeigten die beteiligten ReferentInnen eine dankbare, wertschätzende und versöhnliche Haltung gegenüber H. Davanloo. Sie unterstrichen diese Haltung mit etlichen persönlichen Erinnerungen und Anekdoten während der oft vielen Jahre der fruchtbaren Zusammenarbeit mit H. Davanloo.

Während der Pausen trafen wir nicht nur unsere deutschen KollegInnen, sondern auch andere europäische, amerikanische, asiatische, arabische, iranische, australische, neuseeländische.… KollegInnen. Insgesamt nahmen etwa 470 TherapeutInnen am Kongress teil. Der soziale Höhepunkt für etliche der TeilnehmerInnen war das Galadinner am Samstagabend, bei dem nicht nur gemeinsam gegessen, sondern auch ausgelassen getanzt wurde. Das Abschlusslied war natürlich „Love is in the Air“ von Paul Young.

Der nächste IEDTA-Kongress findet 2024 in San Diego (Kalifornien) statt.

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